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Herzlich Willkommen!

Die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen - Landesausländerbeirat (agah-LAB) ist der Dachverband von über 80 gewählten kommunalen Ausländerbeiräten in Hessen. Zu unseren Aufgaben gehören u.a. die politische Interessenvertretung von Menschen mit Migrationsgeschichte auf Landesebene, die Koordination und Unterstützung der Arbeit der kommunalen Ausländerbeiräte und der Einsatz für mehr Chancengleichheit, gegen Diskriminierung und Rassismus.

 


Pressemitteilungen

aktuell


Wahl der Ausländerbeiräte am 15.03.2026 Stärkung der Demokratie, Beitrag zur Integration

Wiesbaden, 11. März 2026

Hessens Integrationsministerin Heike Hofmann, Bundesbeauftragte Natalie Pawlik sowie die agah rufen gemeinsam zur Ausländerbeiratswahl auf: „Stärkung der Demokratie, Beitrag zur Integration“ 

Am 15. März 2026 werden in Hessen bereits zum zehnten Mal die Ausländerbeiräte gewählt – zum zweiten Mal findet die Wahl nun gemeinsam mit der Kommunalwahl statt. Für einen Sitz in den örtlichen Ausländervertretungen haben sich 2.086 Kandidatinnen und Kandidaten in 89 Gemeinden, Städten und Landkreisen beworben. Wahlberechtigt sind alle Menschen mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit, die seit mehr als drei Monaten in den Kommunen als wohnhaft gemeldet sind.

„Wir rufen alle Wahlberechtigten auf: Machen Sie von ihrem Wahlrecht Gebrauch! Sie stärken damit die Demokratie, tragen aktiv zu Teilhabe und Mitsprache und somit zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in unserem Land bei“, sagt Integrationsministerin Heike Hofmann mit Blick auf den Wahltag.

Auch Staatsministerin Natalie Pawlik, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration zugleich Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus, erklärt: „Ausländerbeiräte leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Perspektiven von Menschen mit internationaler Geschichte in unseren Kommunen sichtbar werden und in politische Entscheidungen einfließen können. Wer wählen geht, stärkt demokratische Teilhabe vor Ort und setzt zugleich ein Zeichen für eine vielfältige und solidarische Gesellschaft.“

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen (agah), Enis Gülegen, fügt hinzu: „Ausländerbeiräte sind gelebte Demokratie vor Ort. Sie schaffen Mitsprache, machen Interessen sichtbar und setzen sich für die Belange von Menschen mit Migrationsgeschichte in den Kommunen ein. Jede Stimme bei dieser Wahl ist daher auch ein Beitrag zu mehr Teilhabe, Zusammenhalt und Integration in Hessen.“

Alle Bewerberinnen und Bewerber zeigten allein mit ihrer Kandidatur eine große Bereitschaft zu politischer Partizipation und ehrenamtlichem Einsatz, betont Integrationsstaatssekretärin Katrin Hechler: „Gesellschaftliches Engagement ist nicht selbstverständlich. Doch unsere Demokratie ist maßgeblich darauf angewiesen, dass sich alle gesellschaftlichen Gruppen einbringen. Also sorgen Sie mit ihrem Wahlrecht dafür,
dass durch die Ausländerbeiräte auch die eine Stimme in den kommunalen Vertretungen erhalten, die nicht über die deutsche Staatsbürgerschaft verfügen.“

PRESSEMITTEILUNG NR: 3/2026


Resolution des Bündnis "Bildung statt Abschiebung"

Frankfurt, 4. März 2026

Für eine humane und bildungsorientierte Migrations- und Flüchtlingspolitik

Die Teilnehmenden der Fachtagung „Bildung statt Abschiebung“ haben heute eine Resolution für eine humane und bildungsorientierte Migrations- und Flüchtlingspolitik verabschiedet. Angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen in Hessen und auf Bundesebene schlagen die Unterzeichnenden Alarm: Die derzeitige Abschiebepraxis verlasse zunehmend den menschenrechtlichen Konsens, auf dem die Bundesrepublik nach dem Ende der NS-Herrschaft aufgebaut wurde.

 „Kinder und Jugendliche haben – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus – ein Recht auf Bildung. Dieses Recht darf nicht relativiert oder politisch instrumentalisiert werden“, erklärte Lea Rosenberg, Migrations- und Flüchtlingsreferentin beim Paritätischen Hessen. „Wer gut integrierte junge Menschen aus Schule oder Ausbildung reißt, zerstört nicht nur individuelle Lebensperspektiven, sondern auch gesellschaftliches Vertrauen.“

Enis Gülegen, Vorsitzender des Landesausländerbeirats, kritisierte das Vorgehen von Bundes- und Landesregierung: „Wir erleben zunehmend Maßnahmen, die mindestens an der Grenze zur Rechtswidrigkeit operieren. Das betrifft Zurückweisungen an den Grenzen ebenso wie die Praxis im Umgang mit Duldungen sowie geplante Überwachungsmaßnahmen, die mit dem Grundgesetz unvereinbar sind. Rechtsstaatlichkeit darf nicht von politischen Stimmungen abhängig gemacht werden.“

Auch aus schulischer Praxis kommt deutliche Kritik. Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen, warnt vor den bildungspolitischen Folgen: „Wenn Förderstrukturen gekürzt und gleichzeitig Abschiebungen aus laufenden Schul- oder Ausbildungsverhältnissen vollzogen werden, sendet das ein fatales Signal. Schulen brauchen Verlässlichkeit – für Lehrkräfte wie für Lernende. Integration gelingt durch Bildung, nicht durch Ausgrenzung.“

Die Resolution versteht sich als klarer Appell an Landes- und Bundespolitik, Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und das Recht auf Bildung uneingeschränkt zu gewährleisten.

Klare Forderungen an Politik und Behörden

Die Resolution formuliert vier zentrale Forderungen:

1. Ein Ende der integrationsfeindlichen Abschiebepraxis – insbesondere bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in schulischer oder beruflicher Ausbildung.

2. Die uneingeschränkte Umsetzung bestehender Bleiberechtsregelungen.

3. Die konsequente Umsetzung der im Koalitionsvertrag angekündigten Einzelfallberatungen für Migrant*innen in Hessen.

4. Keine Abschiebung von Kindern und Jugendlichen aus Kita, Schule oder Ausbildung.

Resolution zum Download


Rechtspopulistischer Vorstoß des Innenministers

Wiesbaden, den 20. Februar 2026

Handy-Ortung für Ausreisepflichtige: Innenminister Poseck überschreitet eine rote Linie

Die agah – Landesausländerbeirat Hessen verurteilt den Vorstoß von Innenminister Roman Poseck, ausreisepflichtige Menschen künftig per Handy orten zu lassen, aufs Schärfste.

Der Vorsitzende der agah, Enis Gülegen, erklärt: „Wer ernsthaft darüber nachdenkt, Menschen ohne Straftat mit Ortungstechnologie zu überwachen, stellt sie faktisch unter Generalverdacht. Was kommt als Nächstes? Sollen ausreisepflichtige Personen künftig auch noch eine elektronische Fußfessel tragen?“

Der Vorschlag des Innenministers bedeutet aus Sicht der agah einen gefährlichen Tabubruch. Hier werde nicht über Verwaltungsverfahren gesprochen, sondern über tiefgreifende Eingriffe in Grundrechte von Menschen, die sich in einem aufenthaltsrechtlichen Verfahren befinden, nicht im Strafvollzug.

„Das sind rechtspopulistische Forderungen, die absolut unangemessen und menschenfeindlich sind“, so Gülegen weiter. „Migration wird damit zunehmend als Bedrohung dargestellt und ganze Gruppen von Menschen unter Generalverdacht gestellt.“

Besonders problematisch sei, dass selbst aus fachlicher Perspektive der Nutzen fraglich ist, während der Eingriff massiv wäre. Statt Lösungen für tatsächliche Herausforderungen zu entwickeln, wird hier ein Klima des Misstrauens und der Stigmatisierung geschaffen.

„Wer Menschen ohne Straftat überwachen will, verlässt den Boden der Verhältnismäßigkeit. Solche Vorschläge tragen nicht zur Lösung von Problemen bei, sondern normalisieren staatliche Kontrolle über Schutzsuchende und Migrantinnen und Migranten.“
Die agah fordert den hessischen Innenminister auf, sich klar zu rechtsstaatlichen und menschenwürdigen Prinzipien zu bekennen und von weiteren Verschärfungsdebatten Abstand zu nehmen.
„Migration darf nicht zum Experimentierfeld für immer neue Überwachungsfantasien werden“, so Gülegen abschließend.

PRESSEMITTEILUNG NR: 1/2026


Veranstaltungen

aktuell


Vortragsreihe „Autoritäre Versuchungen, rechter Populismus und Fake News“

Unsere Vortragsreihe „Autoritäre Versuchungen, rechter Populismus und Fake News“ wird auch im Jahr 2026 in verschiedenen Städten Hessens fortgesetzt. 

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme! Ein herzlicher Dank geht an die Heinrich-Böll-Stiftung Hessen, die lokalen Omas gegen Rechts, den Lions Club Limburg-Nassau, die Ausländerbeiräte vor Ort und alle beteiligten Organisationen und Vereine für die freundliche Zusammenarbeit! 


Vorstand der agah-Landesausländerbeirat Hessen e. V.