Erwachsenenbildung

Positionen der agah

Der Erwachsenenbildung (oder Weiterbildung) kommt eine zunehmend wichtigere Bedeutung zu. Als Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach Abschluss einer ersten Bildungsphase, nutzen aber immer noch zu wenige Menschen die vielfältigen Angebote der Erwachsenenbildung. Sie umfasst die Bereiche der allgemeinen, beruflichen und politischen Weiterbildung. In Hessen gibt es zahlreiche öffentliche, kirchliche, gewerkschaftliche oder private Träger, die entsprechende Angebote vorhalten. Inwieweit Menschen mit Migrationshintergrund von diesen Angeboten Gebrauch machen, ist unbekannt. Anzunehmen ist jedoch, dass ihr Anteil ähnlich gering ausfällt, wie unter den potenziell deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. So nehmen -trotz Rechtsanspruch- beispielsweise nur ca. zwei Prozent der Berechtigten Bildungsurlaub in Anspruch. Aber auch im Bereich der Umschulung hatte die Erwachsenenbildung in den letzten Jahren aufgrund der real restriktiven Sozialgesetzgebung Rückgänge zu verzeichnen. So ist zum Beispiel in Folge von Hartz IV der Zugang zu so genannten Bildungsgutscheinen für Arbeitslose sehr erschwert worden.

Die Erwachsenenbildung muss gestärkt werden durch

  • die Erstellung einer umfassenden und allgemein zugänglichen Dokumentation (Datenbank) über sämtliche Weiterbildungsangebote in Hessen, ihre Träger und die entsprechenden Kontaktpersonen
  • die Publizierung einer mehrsprachigen Broschüre zum Thema „Weiterbildung und ihre rechtlichen Grundlagen"
  • eine sofortige Rücknahme der Kürzungen bei den Trägern und Anbietern öffentlicher Erwachsenenbildung und Weiterbildung (z.B. Volkshochschulen, Familienbildungsstätten, etc.) und Erhöhung der Zuwendungen
  • die Initiierung einer landesweiten Weiterbildungs-Kampagne mit Fokus   auf Menschen mit Migrationshintergrund (Ziel: stärkere Sensibilisierung für die Notwendigkeit des „lebenslangen Lernens") und die gezielte Ansprache und Motivierung von Menschen mit Migrationshintergrund zur Teilnahme an Weiterbildungsangeboten durch so genannte Bildungsschecks (analog dem Projekt „Bildungsscheck-NRW")
  • die gezielte finanzielle Förderung solcher Angebote, die bei fehlender Anerkennung beruflicher oder berufsqualifizierender Abschlüsse aus den Herkunftsländern sinnvoll und zweckdienlich erscheinen und ein Nachholen der Bildungsabschlüsse ermöglichen können. Außerdem ist die gezielte finanzielle Förderung solcher Angebote anzustreben, die auf die Aufgaben und Prüfungen gemäß dem Zuwanderungsgesetz vorbereiten.

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