Ausreiseverbot wegen drohender Genialverstümmlung

Urteil des Oberlandesgerichts Dresden

Das Oberlandesgericht Dresden hat einer Mutter aus Gambia untersagt, ihre fünfjährige Tochter in ihr Heimatland zu bringen. Das Wohl des Kindes sei dort durch eine drohende Genitalverstümmelung gefährdet, teilte das Gericht am 28. Juli 2003 mit.  Die ledige Mutter hatte den Angaben zufolge im Jahr 2000 einen Deutschen geheiratet und war mit dem Mädchen in die Bundesrepublik übergesiedelt. Anfang dieses Jahres wollte sie das Kind zu Verwandten nach Gambia bringen lassen, um sich einer Ausbildung zur Altenpflegerin zu widmen.

Das Jugendamt Dresden hatte das Kind daraufhin in Obhut genommen und der Mutter das Recht auf Aufenthaltsbestimmung ihrer Tochter entzogen. Der vollständige Entzug und eine damit verbundene Betreuung in zwei Pflegefamilien sei jedoch "unverhältnismäßig", betonte der Familiensenat des Gerichts. Der Eingriff ins Sorgerecht müsse auf ein "Mindestmaß" beschränkt bleiben.