Aufenthaltsrecht von Vätern

Urteil des Oberverwaltungsgerichts Saarlouis

Der Vater eines Kindes mit deutscher Staatsangehörigkeit durfte nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Saarlouis nicht abgeschoben werden. Zwar war der Betroffene, ein ghanaischer Staatsangehöriger illegal eingereist, so dass er zunächst aufgefordert worden war auszureisen und in seinem Heimatland das Visumverfahren nachzuholen bzw. durchzuführen. Allerdings war der Mann inzwischen Vater eines Kindes mit deutscher Staatsangehörigkeit, so dass der Schutz der Familie Vorrang hat und er nicht abgeschoben werden durfte.

In einem anderen Fall entschied das hamburgische Oberverwaltungsgericht ebenfalls zugunsten des Vaters. Das Gericht ging davon aus, dass für den betroffenen ghanaischen Staatsangehörigen, der zusammen mit einer ebenfalls aus Ghana stammenden Frau mehrere Kinder hat eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden kann. Zwar bestand die Besonderheit, dass die Kindesmutter in Ghana noch mit einem anderen Mann verheiratet war und deshalb für die Kinder von einer Vaterschaftsvermutung für den Ehemann ausgegangen wurde. Da aber der biologische Vater der Kinder die Vaterschaft anerkannt hatte und er mit seiner Familie zusammenlebt, überwiegt die Schutzwirkung des Art.6 Abs.1 GG.